/

Back to home page

D66 ALDE/ELDR

Kann man Liberalismus anfassen?

   Thu 23/01/2014

Lousewies van der Laan spricht zu 31 Stipendiatinnen und Stipendiaten, die mehr über den Liberalismus in seiner politischen Umsetzung erfahren wollen: "In der Evaluation am Ende des Seminars ist Lousewies van der Laan klar die wichtigste Rednerin der Veranstaltung".

 

Es ist bereits früher Nachmittag, als wir uns im Raum “Koch” des Maritim Hotels in Bonn zusammenfinden. Wir, das sind 31 Stipendiatinnen und Stipendiaten, die mehr über den Liberalismus in seiner politischen Umsetzung erfahren wollen. Dr. Christian Taaks, Leiter der Begabtenförderung der FNF, begrüßt uns zum Seminar. Er ist zufrieden: mit der Gruppe, mit der Veranstaltungsreihe „Organisierter Liberalismus – LIVE!“ und vor allem mit dem Programm für dieses Wochenende. Letzteres stellt uns Constanze Sturm vor, die die Redner und Programmpunkte koordiniert. Ein paar interessante Namen sind schon dabei; also sind wir auch zufrieden. Für viele von uns ist es der erste Parteitag, den wir live miterleben. Es ist ein gutes Gefühl, in erfahrenen Händen zu sein.
 
Einführung durch Konstantin Kuhle aus dem Vorstand der Jungen Liberalen Nach einer Vorstellungsrunde ist Konstantin Kuhle aus dem Bundesvorstand der Jungen Liberalen unser erster Gast. Er stellt das Europawahlprogramm der FDP vor, erklärt uns den Ablauf des Parteitages und spricht über Herausforderungen für die Europapolitik aus Sicht der Jungen Liberalen. Wir sitzen immer noch im Raum „Koch“ und hören zu. Dann können wir Fragen stellen: „Was sind konkrete Visionen für Europa?“, „Warum wollen die Jungen Liberalen den Europäische Bundesstaat im Wahlprogramm für die anstehende Europawahl?“ und „Steht dieser nicht im Widerspruch zum Ziel einer stärkeren Subsidiarität in der Europäischen Gemeinschaft?“. Je länger wir diskutieren, desto mehr Fragen wollen beantwortet werden. Eine lebendige Diskussion. 
 
Nach einer Stunde stößt Hans Stein, Leiter des Regionalbüros Europäische Institutionen und Transatlantischer Dialog aus dem Auslandsbüro in Brüssel zu uns. Er erzählt von seiner Arbeit in der Stiftung, der Wichtigkeit Europas für Deutschland, den anstehenden Herausforderungen. Dann stürzen wir uns wieder in die Diskussion. Die Gruppe versinkt nahezu in den Themen rund um Europa; eine elektrisierende Stimmung. Als es Zeit für das Abendessen wird verabschieden wir uns nur widerwillig von Konstantin Kuhle und Hans Stein. Gerne hätten wir weiterdebattiert. Auch die Versicherung von Christian Taaks, dass es dazu noch ausreichend Gelegenheit geben wird, kann uns nur mäßig trösten. 
 
Wir müssen uns jedoch nicht lange gedulden. Um genau zu sein, lediglich bis zum Abendessen im Restaurant des Maritim Hotel. Dort spricht Lousewies van der Laan von der sozialliberalen D66 aus den Niederlanden zu uns; während wir essen. Sie käme nicht häufig dazu, Deutsch zu sprechen, lässt sie uns wissen. Wir verstehen sie hervorragend uns lauschen gespannt. Es geht um die Bedeutung der FDP im europäischen Verbund liberaler Parteien, der Alliance of Liberals and Democrats for Europe (ALDE). Besonders die Ermutigung zur Thematisierung linksliberaler Themen, wie aktive Sterbehilfe oder Drogenliberalisierung, gefällt vielen von uns. In der Evaluation am Ende des Seminars ist Lousewies van der Laan klar die wichtigste Rednerin der Veranstaltung. Nach dem Abendessen zerstreut sich die Gruppe, das Programm für den Samstag ist beendet. Wer Lust hat, zieht weiter in ein Brauhaus einige Kilometer entfernt, die anderen fallen erschöpft ins Bett. Morgen wird ein spannender Tag.
 
Der Sonntag beginnt in der Lobby des Hotels. Während einer kurzen Einführung von Rolf Berndt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der FNF, beobachten wir die Anreise der Delegierten und Journalisten. Verschiedene Informationsstände werden aufgebaut und die Vorbereitungen rund um den Saal „Maritim“ sind in vollem Gange. Währenddessen erfahren wir über Änderungsanträge, regelnde Abschnitte im Grundgesetz und die Steuerung des Parteitages durch eine Tagungskommission. Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender des Vorstandes der FNF, hat sich ebenfalls die Zeit genommen und konzentriert sich in einem kurzen Vortrag auf die Lage der FDP und die Bedeutung der Europawahl für ebendiese. Er ist optimistisch, dass Christian Lindner die Liberalen erneut in Regierungsverantwortung führen wird. Konkrete Inhalte bleibt er schuldig. 
 
Diese liefert der Parteichef eine halbe Stunde später bei der Eröffnung des Parteitages im Saal „Maritim“. Wir sitzen auf den oberen Rängen, direkt hinter dem Fernsehteam von Phoenix. Ein guter Ort um den Überblick zu behalten. Christian Lindner redet über seine Vision für Europa, Realismus, Bürgernähe, europäische Antworten auf den NSA Skandal und Generationsgerechtigkeit. Wunderbare Rede und die richtigen Schwerpunkte, da sind wir uns einig. Der Nachmittag vergeht wie im Flug. Der Eigendynamik eines Parteitages scheint man sich kaum entziehen zu können; wir wollen es auch nicht. Wir lassen uns fallen, saugen die Wahlen der Kandidaten für die Europawahl, die Reden der Delegierten und den Bericht von Alexander Graf Lambsdorff MdEP in uns auf. Letzterer überzeugt uns von den Chancen, die Europa bietet, einer neuen Vision der Freiheit in einem Europa, in dem Frieden längst zur Selbstverständlichkeit gehört und der Marktwirtschaft als Grundlage unseres Wohlstandes. Den Rest seiner Rede verpassen wir. Markus Löning aus dem Parteirat der ALDE ist für uns zum Gespräch in die Hotellobby gekommen. Wir diskutieren über die Geheimdienste, Linksliberalismus, Einwanderungspolitik und Menschenrechte. Es gibt viele Fragen. Als Markus Löning sich verabschiedet, schnuppern wir ein weiteres Mal Parteitagsluft. Die Abstimmungen laufen auf Hochtouren. Zwischendurch treffen wir uns zu Gesprächen mit Michael Theurer und Alexander Graf Lambsdorff. Beide sind soeben auf Spitzenpositionen der Europawahlliste gewählt worden und sehr zufrieden. Auch der sächsische Justiz- und Europaminister Jürgen Martens stellt sich uns zur Verfügung. Wir sprechen über Liberalismus als europäische Aufgabe, den Europäischen Bundesstaat (er hat es mittlerweile in das Europawahlprogramm geschafft) und Agrarsubventionen. Wieder leiten die Fragen der Stipendiatinnen und Stipendiaten die Diskussionen.
 
Gegen 18 Uhr endet das offizielle Seminarprogramm. Der Parteitag dauert absehbar länger als geplant, hier wird man noch einige Stunden weiterdiskutieren, Listenplätze abstimmen und Änderungsvorschläge thematisieren. Das Schlusswort der Generalsekretärin der FDP, Nicola Beer, verpassen die meisten von uns. Es war trotzdem ein intensives Wochenende. Wir haben Neues erfahren über liberale Politik und Lust auf Europa – inklusive der Wahl am 25. Mai.
 
Johannes Heekerens (Stipendiat seit 2011, Psychologie im Bachelor an der Universität Potsdam)
Clemens Schmidt (Stipendiat seit 2013, Psychologie im Bachelor an der Universität Potsdam)

 

 


http://www.freiheit.org/Kann-man-Liberalismus-anfassen/176c28646i/index.html
Application: old-lousewiesNL [Reload, Run Tests]
Framework: Wheels 1.1.8
CFML Engine: Adobe ColdFusion 9,0,2,282541
Default Data Source: dev-lousewiesNL
Active Environment: Development [Design, Testing, Maintenance, Production]
URL Rewriting: On
URL Obfuscation: Off
Plugins: None
Route: newsPost
Controller: Articles
Action: displayArticle
Key(s): kann_man_liberalismus_anfassen
Additional Params: page = 1
tagname = alde_eldr
Caching Stats: misses: 0, culls: 0, hits: 4
Execution Time: 188ms (action ~188ms, view ~63ms)